3 – Verhaltensmodifikation und Lernstrategien1

In diesem Kapitel werden die Ideen und Methoden auf den Gebieten der zeitgenössischen Verhaltensmodifikation und der klinischen Verhaltenstherapie vorgestellt, die wesentlich zur Entwicklung von Lernstrategien beitragen können. Beratungs- und Verhaltensänderungsaktivitäten aller Art können in erster Linie als Lehre aktiver Selbstmanagementstrategien zur Bewältigung von Lebensproblemen angesehen werden. Die meisten dieser Strategien haben eine stark kognitive Komponente – sie werden hauptsächlich zwischen dem Reiz und der Reaktion ausgeführt. Der Großteil des menschlichen Verhaltens und der charakteristischste menschliche Teil davon bestehen nicht darin, die eigenen Reaktionen mit den vorherrschenden Verstärkungskontingenten in festen Umgebungen zu koordinieren, sondern in Versuchen, die gegenwärtigen physischen und sozialen Umgebungen zu ändern, um sie lohnender zu machen oder andere Arten von Lebenszielen zu verwirklichen. Verhaltensänderung brachte in die Verhaltensänderungsszene einige neue, bescheiden wirksame Techniken zur Verhaltensänderung, eine lerntheoretische Begründung, die eine Aura wissenschaftlicher Seriosität bot, und eine aufrichtige ethische Verpflichtung zur sorgfältigen Bewertung der Wirksamkeit der Behandlung. Die lerntheoretischen Grundlagen von Verhaltensmodifikationstechniken wurden weitgehend untergraben und durch Erklärungen ersetzt, die stark auf aktive kognitive und imaginäre Prozesse zurückgreifen. Darüber hinaus wurden neue und oft effektivere Techniken und Veränderungsstrategien entwickelt, die darin bestehen, Personen aktiv beizubringen, ihre eigenen kognitiven Prozesse selbst zu lenken und selbst zu steuern, um gewünschte Veränderungen in Gefühlen und Verhalten hervorzurufen. Die Bereiche Verhaltenstherapie und Verhaltensmodifikation haben ihre eigene kognitive Revolution erlebt.

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